Waldeck in Tirschenreuth, Bavaria, Germany — Central Europe
Vertiefung: Koesslers Musik Koessler-Archiv
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In-Depth: Koessler's Music Koessler Archive
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1. Plakette
Schüler und Weggefährten
Bereits in seiner ersten ungarischen Phase unterrichtete Koessler um die Jahrhundertwende Schüler in der Kompositionslehre, die auch den nachfolgenden Generationen im Gedächtnis bleiben würden. Neben Béla Bartók und Zoltán Kodály waren unter ihnen auch Imre Kálmán und Ernst von Dohnányi, der später Koesslers Akademiekollege und Freund wurde. Wie Bartók und Kálmán anmerkten, war Koesslers Unterrichtssprache stets das Deutsche. Kálmán äußerte sich voller Verehrung über seinen akademischen Lehrer:
„Er war ein Mann von größter Eindruckskraft, wir alle liebten ihn und verehrten ihn so aufrichtig, dass wir fast ausnahmslos nach Beendigung unserer Studien noch ein weiteres Jahr bei ihm lernten. [...] Besonders interessant waren die Stunden, wenn unser Meister Beethovensche Sonaten und Symphonien analysierte, und schließlich, wenn wir eigene Kompositionen vorlegten."
Hans Koessler und sein Cousin zweiten Grades, Max Reger, standen sich trotz räumlicher Distanz nah. Wie Dr. Anton Reger 70 Jahre nach Koesslers Tod festhielt, orientierte sich ersterer in musikalischer Hinsicht an Johannes Brahms, während Reger als Vorbild Johann Sebastian Bach diente. So gingen sie bezüglich ihrer Musik deutlich getrennte Wege. Reger widmete seinem Cousin eine Sammlung von fünf Duetten, die er während seiner Wiesbadener Zeit im Herbst bzw. Winter 1893/94 komponierte, sowie das Lied für Bass mit Klavierbegleitung „Ich stehe hoch überm See", Op. 14b von 1894. Der um 20 Jahre jüngere Max Reger befand sich in den 1890er Jahren in einer schweren finanziellen und gesundheitlichen Krise, aus der ihn auch seine Eltern mit gutem Zureden nicht zu sich nach Weiden holen konnten. Er schrieb, völlig überarbeitet und verzweifelt, über sich selbst in einem Brief:
„Ich habe mit allen Freuden und Genüssen des Lebens vollkommen abgeschlossen, bin so düster und verbittert geworden."
Koessler schlug dessen Eltern daraufhin vor, ihre Tochter Emma solle den Bruder in Wiesbaden aufsuchen und ihn zur Fahrt in die Heimat bewegen, was auch gelang. In den darauffolgenden drei Jahren, die er in Weiden verbrachte, schöpfte er neue Kraft und Kreativität. Mit Johannes Brahms blieb Hans Koessler ebenfalls eng verbunden; mehrere Male besuchte er den Älteren während einer von dessen häufigen Reisen. Nach dem Tod Brahms 1897 spendete Koessler 100 Gulden anlässlich einer Sammlung zur Errichtung dessen Denkmals in Wien. Vier Jahre später
widmete er seine „Symphonischen Variationen für großes Orchester" den Manen (Totengeistern) seines Freundes Brahms.
2. Plakette
Koesslers musikalisches Werk
Im Laufe seiner langen Schaffenszeit komponierte Hans Koessler zahlreiche Stücke verschiedenster Gattungen, von Sinfonien über Klavier- und Kammermusik bis hin zu einer Oper (,,Der Münzenfranz"), welche bei ihrer Uraufführung in Straßburg i. E. sehr großen Beifall fand, sowie Vokalmusik mit und ohne Orchester bzw. Instrumentalbegleitung.
Von den Erfolgen seiner Stücke zeugen Kritiken und Berichte. So erhielt Koessler etwa im November 1913 in Berlin höchstes Lob:
„Die Quartettvereinigung Löwensohn führte ein Quartett, ein Klavierquintett und einige seiner Gesänge mit Kammermusikbegleitung auf, die man in Budapest zuletzt vor etwa zwei Jahren in der schönen Wiedergabe Klara Radós hören konnte. Und was niemand erwarten konnte, geschah: es gab nach jeder Programmnummer lauten Beifall; Hans Koeßler wurde so stürmisch gerufen, wie im Konzertsaal sonst nur Liedsängerinnen; und unter den Kritikern sprach am nächsten Tage kein einziger von akademischer Gediegenheit, sondern alle rühmten einmütig das eigenartige, reife Können in diesen Werken, das gesunde und logische musikalische Denken, die schlichte Echtheit der Empfindung Koeßlers. Es war wie eine Entdeckung, und niemand
verstand, wie der also Entdeckte hierauf so lange warten mußte, daß ihm unterdessen ein so schöner, weißer Bart gewachsen war. Und nun begegnet man seinem Namen auf den Programmen vieler Konzerte. [...] Schon bereiten sich für die nächste Zeit neue Koeßler-Aufführungen vor. Seine Zeit ist angebrochen. Sein Glaube an sich und sein Werk hat gesiegt." (Ernst Goth, 01.11.1913).
Bezüglich des musikalischen Nachlasses wirkte sich problematisch aus, dass Koessler Zeit seines Lebens nicht nur viel auf Reisen war, sondern generell stets zur Untermiete wohnte und darüber hinaus auch noch häufig den Wohnort wechselte. Sein umfangreiches Oeuvre bestand am Ende aus ca. 170 Werken, von denen ein großer Teil noch ungedruckt und nur in Manuskriptform vorlag. Wie dem Komponisten selbst in seinen letzten Tagen bewusst wurde, war es durch seine zahlreichen Umzüge an viele verschiedene Orte verstreut. Direkt nach seinem Tod sollte sich dies zunächst nicht ändern.
3. Plakette
Archiv und Arbeitskreis im Heimat- und Kulturverein Waldeck
In diesem Haus, das ursprünglich einmal das alte Waldecker Schulhaus war, befindet sich heute das Koessler-Archiv. Es bewahrt den musikalischen Nachlass des Komponisten und steht Interessierten für Forschungszwecke offen.
Josef Bothner (+2010), der frühere Vereinsvorsitzende des Waldecker Heimat- und Kulturvereins,
hatte sich, zusammen mit Günther Zwick, Kulmain, über lange Jahre dafür eingesetzt, das Interesse an dem in der Region zwischenzeitlich fast vergessenen Komponisten Hans Koessler neu zu wecken. Bothner wirkte auch als Initiator für die Stiftung der Hans-von-Koessler-Medaille, mit der tatkräftige Förderer und Unterstützer im Heimat- und Kulturverein geehrt werden.
Nach einer Ausstellung über Koessler 2015 gründete sich gegen Ende desselben Jahres auf Initiative von Josef Brunner und Prof. Reinhold Herrmann der Koessler-Arbeitskreis. Der Kreis verfolgt das Ziel, Leben und Werk des Musikers weiter zu erforschen und für weitere Interessierte zugänglich zu machen.
Auch sind in den vergangenen Jahren bereits mehrere, auch größere, Werke des Waldecker Komponisten mittels Transkription aus seinen Handschriften in Druckform überführt worden. Außerdem organisiert der Arbeitskreis in Absprache mit der HuK-Vorstandschaft zusammen mit regionalen und überregionalen Partnern themenbezogene Konzerte und Ausstellungen. Als Hauptaufgabe erfüllt er gewissermaßen Koesslers innigsten letzten Wunsch, sein Werk wieder zu vereinen, und er ermöglicht die wissenschaftliche Aufarbeitung desselben.
So ist es den Mitgliedern ein Anliegen, die weit verstreuten Manuskripte und Dokumente schließlich zusammenzuführen und Koesslers Werksverzeichnis zu vervollständigen und zu Gehör zu bringen.
Mit dem Hans-Koessler-Weg ehrt der Heimat- und Kulturverein nun erneut das Gedenken des bekanntesten Sohnes Waldecks und lädt die Öffentlichkeit dazu ein, auf den Spuren des Komponisten durch Waldeck zu wandern und seine persönliche Handschrift in Leben und Werk zu entdecken.
1st Plaque
Students and Companions
Already during his first Hungarian phase around the turn of the century, Koessler taught composition to students who would leave a lasting impact on future generations. Among them were Béla Bartók and Zoltán Kodály, as well as Imre Kálmán and Ernst von Dohnányi, who later became a colleague and friend of Koessler at the academy. As Bartók and Kálmán noted, Koessler's language of instruction was always German. Kálmán expressed great admiration for his academic teacher:
“He was a man of the greatest influence, we all loved him and revered him so sincerely that almost all of us continued to study with him for another year after completing our studies. [...] Particularly interesting were the hours when our master analyzed Beethoven's sonatas and symphonies, and finally, when we presented our own compositions.”
Hans Koessler and his second cousin, Max Reger, remained close despite the physical distance between them. As Dr. Anton Reger noted 70 years after Koessler’s death, the former oriented himself musically to Johannes Brahms, while Reger took Johann Sebastian Bach as his model. Thus, their musical paths clearly diverged. Reger dedicated a collection of five duets to his cousin, which he composed during his time in Wiesbaden in the autumn and winter of 1893/94, as well as the song for bass with piano accompaniment, "Ich stehe hoch überm See," Op. 14b from 1894. The younger Max Reger, about 20 years his junior, was going through a severe financial and health crisis in the 1890s, from which even his parents’ urging could not bring him back to their home in Weiden. He wrote, completely overworked and desperate, in a letter about himself:
“I have completely given up all the joys and pleasures of life, I have become so gloomy and bitter.”
Koessler then suggested to his parents that their daughter Emma should visit her brother in Wiesbaden and encourage him to return home, which succeeded. In the following three years he spent in Weiden, he regained new strength and creativity. Hans Koessler remained closely connected to Johannes Brahms as well; he visited the elder composer several times during his frequent travels. After Brahms' death in 1897, Koessler donated 100 gulden for a collection to establish a memorial in his honor in Vienna. Four years later, he dedicated his "Symphonic Variations for Large Orchestra" to the shades (spirits of the dead) of his friend Brahms.
2nd Plaque
Koessler's Musical Works
During his long creative period, Hans Koessler composed numerous pieces in various genres, ranging from symphonies to piano and chamber music, as well as an opera ("Der Münzenfranz"), which received great acclaim at its premiere in Strasbourg. He also composed vocal music with and without orchestral or instrumental accompaniment.
The success of his works is evidenced by reviews and reports. For instance, in November 1913, Koessler received the highest praise in Berlin:
"The Löwensohn Quartet performed a quartet, a piano quintet, and several of his songs with chamber music accompaniment, which had last been heard in Budapest about two years ago in the beautiful rendition by Klara Radó. And what no one could have expected happened: after each program piece, there was loud applause; Hans Koessler was called out as enthusiastically as if he were a solo singer; and the next day, none of the critics mentioned academic sobriety, but all unanimously praised the unique, mature craftsmanship in these works, the sound and logical musical thinking, and the simple authenticity of Koessler's feeling. It was like a discovery, and no one understood how the newly discovered composer had to wait so long for recognition, during which time he grew such a beautiful, white beard. And now, his name is appearing on the programs of many concerts. [...] Preparations are already underway for new Koessler performances. His time has come. His faith in himself and his work has triumphed." (Ernst Goth, 01.11.1913).
Regarding his musical legacy, the fact that Koessler was frequently on the move throughout his life proved problematic. He was often staying in rented accommodations and frequently changed his place of residence. By the end of his life, his extensive oeuvre, comprising around 170 works, was scattered across various locations, with a large portion still unpublished and existing only in manuscript form. As the composer realized in his final days, his works had been dispersed across many different places due to his frequent relocations. This situation did not change immediately after his death.
3rd Plaque
Archive and Working Group in the Waldeck Heimat and Cultural Association
This house, which was originally the old Waldecker schoolhouse, now houses the Koessler Archive. It preserves the musical legacy of the composer Hans Koessler and is open to those interested for research purposes.
Josef Bothner (+2010), the former chairman of the Waldeck Heimat and Cultural Association, along with Günther Zwick from Kulmain, worked for many years to revive interest in the composer Hans Koessler, who had almost been forgotten in the region. Bothner was also the initiator of the Hans von Koessler Medal, which honors dedicated supporters and promoters of the Heimat and Cultural Association.
Following an exhibition about Koessler in 2015, the Koessler Working Group was founded at the end of that year, initiated by Josef Brunner and Prof. Reinhold Herrmann. The group aims to further research the life and work of the musician and make it accessible to a wider audience.
In recent years, several larger works by the Waldeck composer have been transcribed from his manuscripts into printed form. The working group also organizes theme-based concerts and exhibitions in collaboration with regional and national partners, in consultation with the HuK board. One of its main tasks is to fulfill Koessler's deepest final wish: to reunite his works and allow for their scholarly study.
Thus, the members are dedicated to bringing together the widely scattered manuscripts and documents, completing the catalog of Koessler's works, and bringing them to the public ear.
With the Hans Koessler Path, the Heimat and Cultural Association once again honors the memory of Waldeck's most famous son, inviting the public to walk in the footsteps of the composer through Waldeck and discover his personal imprint in life and work.
Erected by Hans Von Koessler-Weg and Markt Waldeck. (Marker Number 04.)
Topics. This historical marker is listed in this topic list: Arts, Letters, Music. A significant historical year for this entry is 1894.
Location. 49° 51.79′ N, 11° 57.068′ E. Marker is in Waldeck, Bayern (Bavaria), in Tirschenreuth. It is at the intersection of Unterer Markt and Oberer Markt, on the right when traveling north on Unterer Markt. The plaques are located along the school building. Touch for map. Marker is at or near this postal address: Unterer Markt 61, Waldeck BY 95478, Germany. Touch for directions.
Regionally, it is in Europe, the European Union, Atlantic Europe, Central Europe, the Schengen Area, Western Europe, and the Western World. Historically, it finds itself in what was once the Roman Empire and specifically also the Holy Roman Empire.
Other nearby markers. At least 8 other markers are within walking distance of this marker: Letzte Lebensphase und Tod in Ansbach / Last phase of life and death in Ansbach (about 150 meters away, measured in a direct line); Geburt, frühe Kindheit und Familie / Birth, Early Childhood and Family (about 180 meters away); Hans von Kößler (about 180 meters away); Hans v. Kößler (about 180 meters away); Koesslers Werdegang und Karriere / Koessler's background and career (about 210 meters away); Blick auf den Kalvarienberg / View of the Mount Calvery / Pohled na horu kalvárie (approx. 0.6 kilometers away); Blick auf den neuen Markt / View of the new market / Pohled na novou obec (approx. 0.6 kilometers away); Bergfried, Palas, Kernburg / Fortified tower, palace, main castle / Bašta, palác, hlavní hrad (approx. 0.6 kilometers away). Touch for a list and map of all markers in Waldeck.
Also see . . . Hans von Koessler. Wikipedia
Koessler, a cousin of Max Reger, was born in Waldeck, Fichtelgebirge (now part of Kemnath, Upper Palatinate). He was taught the organ from 1874 to 1877 by Josef Rheinberger and attended the choir lessons of Franz Wüllner in Munich. Immediately after that, he moved to Dresden, where he was appointed director and teacher for music theory and choral music at the Dresden School of Music. From 1878, he was also conductor of the Dresdner Liedertafel orchestra. From 1882 to 1908, he initially taught organ and choir at the National Music Academy of Budapest in Hungary. Later, he also became professor for composition and was also given a peerage.(Submitted on November 23, 2024, by James Hulse of Medina, Texas.)
Credits. This page was last revised on November 25, 2024. It was originally submitted on November 19, 2024, by James Hulse of Medina, Texas. This page has been viewed 134 times since then and 10 times this year. Photos: 1, 2, 3. submitted on November 24, 2024, by James Hulse of Medina, Texas. 4, 5. submitted on November 25, 2024, by James Hulse of Medina, Texas.




