Feuerbach in Stuttgart, Baden-Württemberg, Germany — Central Europe
Endlich Stadt!
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A Town at Last!
Durch die Industrie wurde Feuerbach eine wohlhabende Gemeinde, in der um 1900 mehr als 10.000 Menschen lebten. 1907 bewilligte König Wilhelm II. das Gesuch von Schultheiß Wilhelm Geiger, Feuerbach zur Stadt zu erheben. Mittlerweile hatte der Ort 12.000 Einwohner und entsprach damit der Größe einer „mittleren württembergischen Stadt“. Die Stadterhebung war ein großes Ereignis, das mit einem zweitägigen Festakt gefeiert wurde. Die zahlreichen repräsentativen Neubauten jener Jahre zeugen bis heute vom Stolz und vom wirtschaftlichen Erfolg der Stadt Feuerbach. Neben dem Bezirksrathaus entstanden ein neuer Bahnhof, die Festhalle, die Realschule (heute Leibniz-Gymnasium) und die Bismarckschule.
Mobilität und Stadtverkehr
In Feuerbach gab es bald mehr Arbeits- als Wohnplätze. Der Bau öffentlicher Verkehrsmittel wurde so zu einem wichtigen Thema. Am 1. August 1909 fuhr anlässlich der Einweihungsfeierlichkeiten für das neue Rathaus die erste Vorort-Straßenbahn festlich geschmückt von Stuttgart über den Pragsattel nach Feuerbach. Gleichzeitig wurde die Verbindung von Bad Cannstatt nach Feuerbach eröffnet. Beide Linien führten über die Stuttgarter Straße zur Endhaltestelle Hohewartstraße. Auch für die Arbeiter aus Weilimdorf und Gerlingen sollte etwas getan werden. Wilhelm Geiger verhandelte mehrere Jahre mit Stuttgart über den Ausbau der Strecke nach Gerlingen. Doch Stuttgart lehnte ab. Also nahmen die betroffenen Gemeinden die Dinge selbst in die Hand. Am 30.12.1926 wurde die Städtische Straßenbahn Feuerbach eingeweiht. Sie fuhr vom Feuerbacher Bahnhof aus am Rathaus vorbei nach Weilimdorf und Gerlingen. Im Straßenbahnmuseum ist heute wieder einer der schmucken Feuerbacher Wagen zu bestaunen: sandbeige und weiß lackiert, seitlich mit einem roten Streifen. Weilimdorf schloss sich – auch bedingt durch die gute Zusammenarbeit während des Straßenbahnprojektes – 1929 an Feuerbach an.
Kluge Köpfe und Erfinder
Der industrielle Erfolg Feuerbachs war der umsichtigen Wirtschaftsförderung von Stadtverwaltung und Mittwochsgesellschaft zu verdanken. Doch es waren auch außerordentlich kreative Unternehmer am Werk. Erfindungen und technische Entwicklungen made in Feuerbach haben nach wie vor in aller Welt einen guten Namen. 1912 veranstaltete
der Gewerbeverein eine große Gewerbe- und Industrieausstellung. Stolz präsentierte man einen Überblick über die enorme Bandbreite der Feuerbacher Betriebe und ihrer neuesten Erzeugnisse.
1909 gelang es den Stadtvätern ein besonders wichtiges Unternehmen zu gewinnen: Robert Bosch verlegte Teile seiner Fabrikation von Stuttgart nach Feuerbach und errichtete am östlichen Stadtrand auf 3,5 ha Fläche sein neues Werk. Bis heute ist das Feuerbacher Bosch-Werk der größte Standort des Unternehmens weltweit. Mit 4100 angemeldeten Patenten allein im Jahr 2011 gehört das Unternehmen noch immer zu den führenden seiner Branche.
Unruhige Zeiten
Der Erste Weltkrieg stoppte die rasante Entwicklung des Industriestandorts Feuerbach. Die Stadt wurde zur Garnisonsstadt, in der zeitweise bis zu 2000 Soldaten stationiert waren. Wegen fehlender Arbeitskräfte in der Rüstungsindustrie wurden erstmals auch Frauen in Berufe eingewiesen, die zuvor ausschließlich Männern vorbehalten waren. Nach dem Krieg war das Leben in Feuerbach von Hunger und Wohnungsnot geprägt. Feuerbacher Notgeld half 1923 die Inflation zu überstehen, so dass in den späten (den sogenannten
goldenen) 20er Jahren, auch hier ein kurzfristiger Wirtschaftsaufschwung einsetzte.
Nationalsozialismus …
Die nationalsozialistischen Machthaber hatten es anfangs schwer, sich gegen die gut organisierte sozialistische Arbeiterschaft in Feuerbach durchzusetzen. Im März 1933 marschierte die SA demonstrativ in der Stadt ein. Der Gemeinderat wurde gewaltsam aufgelöst und Oberbürgermeister Wilhelm Geiger durch einen NS-Staatskommissar ersetzt. Ab sofort waren alle Vereine, die nicht durch die nationalsozialistische Partei geführt wurden, verboten. Am 1. Mai 1933 folgte die Eingemeindung Feuerbachs nach Stuttgart, die Stuttgarter Straße wurde in Adolf-Hitler-Straße umbenannt. 1938 bekamen, anlässlich eines Besuchs von Adolf Hitler, auch viele weitere Feuerbacher Straßen neue Namen nach österreichischen Orten und Landschaften. Die jüdischen Mitbürger wurden diskriminiert, ins Exil gezwungen oder später deportiert und ermordet.
… und die Folgen
In den nächsten Jahren musste man sich in Feuerbach, wie überall in Deutschland, auf Krieg einstellen. Für die zivile Bevölkerung wurden am Bahnhof, im Föhrich und am Siegelberg Luftschutzbunker gebaut. Darüber hinaus arbeiteten Frauen, Kinder und ältere Menschen in Eigenregie an insgesamt 15 weiteren Schutz-Stollen und Bunkern. Da in Feuerbach kriegswichtige Industrie ansässig war, entstanden Lager für Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter, die in den Fabriken eingesetzt und ausgebeutet wurden. Zwischen 1943 und 1945 wurde der Ort mehrfach schwer bombardiert. 175 Menschen verloren dabei ihr Leben.
Am 22. April 1945 marschierten französische Truppen in Feuerbach ein. Der Krieg war zu Ende. Feuerbach lag in Trümmern: 536 Bauten waren schwer und 1628 mittelschwer beschädigt, 630 Gebäude waren vollkommen zerstört, darunter das Krankenhaus und die Post mit der Telefonzentrale. Von vier Grundschulen konnte nur noch in der Bismarckschule Unterricht stattfinden, auf jede Klasse kamen 70 Schüler. Die Einwohnerzahl Feuerbachs war auf 11000 gesunken. Es herrschte große Wohnungsnot. Benzin, Heiz- und Baumaterial waren knapp und Lebensmittel mussten aus dem Umland beschafft werden. Eine Gruppe von sechzehn politisch unbelasteten Bürgern, darunter acht ehemalige Gemeinderäte, nahmen die provisorische Verwaltung der Gemeinde in die Hand. Sie organisierten Arbeitsausschüsse zur Lebensmittelbeschaffung, zum Holzschlag, aber auch zur Zuteilung von Kleidung und Wohnraum. Der Wiederaufbau kam Schritt für Schritt in Gang. 1950 hatten die Feuerbacher ihr Rathaus und den Bahnhof wieder instand gesetzt. Der Aufbau der Schulen und des Krankenhauses dauerte noch etliche Jahre und auch die Notwohnungen, in denen viele lebten, verschwanden erst nach und nach aus dem Stadtbild. Die Industrie begann zu wachsen.
Neues Selbstbewusstsein
Seit den 1960er Jahren sah man sich in Feuerbach mit einem neuen Problem konfrontiert. Täglich strömten mehr und mehr Autos und LKWs durch das Tal. Eine zunächst geplante Umgehungsstraße über die Hohewarte und durch den Azenberg-Tunnel zum Stuttgarter Kessel wurde zum Glück verworfen, wodurch wertvolle Naherholungsgebiete erhalten blieben. Deutliche Entlastung und eine Steigerung der Wohnqualität in großen Teilen des Ortes brachte schließlich die Verlegung der Stadtbahn und der B295 in den Untergrund.
Manchem Durchreisenden mag Feuerbach immer noch als Industrie- und Straßenmoloch erscheinen. Das liegt daran, dass er entweder die glitzernden Fassaden der Automeile in der Heilbronner Straße oder Tunnelwände zu sehen bekommt. Der Ortskern ist den Einwohnern vorbehalten. Und die finden dort eine lebendige Mischung aus Einkaufs-, Bildungs- und Freizeitmöglichkeiten. Wer hier wohnt, will nicht wieder weg. Die Wohnlagen an den Hängen sind begehrt. Man ist schnell im Zentrum und schnell im Grünen. Zudem hat sich die Industrie gewandelt. Ehemals giftig qualmende Produktionsstätten beherbergen heute Hightech-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen. Aufgelassene Firmengelände werden zu Freizeit-, Gesundheits- und Handelsplätzen oder zu Kulturarealen umgenutzt. Diese respektvolle städtebauliche Verknüpfung von historischen Bauten und moderner Nutzung macht Feuerbach zu einem lebendigen, zu einem lebens- und liebenswerten Ort.
Bildunterschriften
Das neue Rathaus kurz nach seiner Einweihung mit der Feuerbacher Kirbe.
Während der großen Gewerbe- und Industrieausstellung, die vom 6.8.–22.9.1912 dauerte, dienten die neuerbaute Realschule (links) und die Turn- und Festhalle als Ausstellungsgebäude.
Die Vorortbahn bog am großen Postamt in die Stuttgarter Straße ein.
Die Hälfte des Feuerbacher Zentrums wurde 1944 total zerstört.
Die Stadterhebung wurde mit einem zweitägigen Festakt gefeiert. Neben einem Gottesdienst in der Stadtkirche gab es einen Umzug mit 67 prachtvollen Gruppen, ein Festspiel mit allegorischen Figuren und Turmvorführungen in bengalischer Beleuchtung. Das Fest endete mit der Grundsteinlegung für das neue Rathaus.
Feierliche Einweihung der Vorortbahn an der Endhaltestelle Hohewartstraße, 1909.
Am Bahnhof konnte man ab 1929 die gelbschwarze Stuttgarter Vorortbahn (links) oder die Feuerbacher Wagen Richtung Gerlingen (rechts) besteigen.
Auch König Wilhelm II. besuchte die große Feuerbacher Gewerbe- und Industrieausstellung 1912. Neben den wirtschaftlichen Neuerungen interessierte er sich für die Ausgrabungsergebnisse von Pfarrer Kallee.
Oswald Hesse, Geschäftsführer der ersten Feuerbacher Fabrik (Jobst) wurde für seine besonders reine Herstellung von Chinin für den Nobelpreis vorgeschlagen.
Durch die Firma Hauff, die Fotoplatten und -chemie in Feuerbach entwickelte und erprobte, gibt es frühe Aufnahmen aus dem Ort.
Die Firma R. Stahl stellte die zu ihrer Zeit größte Rundstrickmaschine der Welt her.
Die bekannten „Leitz-Ordner“ wurden zum Inbegriff von Büroordnung.
Gottlob Schneider führte das Verfahren des Feuerverzinkens in Deutschland ein.
Die Kupferschmiede August Ziemann spezialisierte sich auf die Herstellung besonders großer Braukessel.
Das Standard-Superior-Modell mit dem Spitznamen „Maikäfer“ der Firma Gutbrod kostete 1934 ganze 1590 Mark und war schon vor Ferdinand Porsches VW einer der serienreifen deutschen „Volkswagen“. Die Produktion kam im Zweiten Weltkrieg zum Erliegen.
Die Hochspannungs-Magnetzündung mit Zündkerze von Bosch war eine bahnbrechende Erfindung in der Entwicklung von Benzinmotoren.
Behr ist heute spezialisiert auf Fahrzeugklimatisierung und Motorkühlung und zählt weltweit zu den führenden Erstausrüstern bei Pkw und Nutzfahrzeugen.
Die Trikotfabrik G. J. Schober gab im Jahr ihres 50-jährigen Firmenjubiläums, 1906, etwa 400 Menschen Arbeit.
Der Firmengründer Robert Bosch.
Im Ersten Weltkrieg stellte Bosch Räume für ein Lazarett mit 400 Betten zur Verfügung. Ab 1916 wurde der Platz für die Rüstungsproduktion benötigt, so dass das Lazarett in die Bismarckschule verlegt werden musste.
Während der Inflation wurde 1923 auch in Feuerbach Notgeld gedruckt. Auf den Milliardenscheinen, die am nächsten Tag nach dem neuen Dollar-Kurs oft kein Laib Brot mehr wert waren, stand zu lesen: „Wir machens brav den andern nach – Fertig Feuerbach!“ Man war sich der absurden Situation bewusst.
Quakerspeisung für notleidende Kinder an der Festhalle, 1921.
Umzug der Nationalsozialisten am 1. Mai 1933 auf der Stuttgarter Straße.
Bei der Zwangseingemeindung Feuerbachs wurden die Hauptstraßen umbenannt. Die heutige obere Stuttgarter Straße, früher Rosenstraße, hieß von 1933–1945 nach einem Gauleiter der NSDAP Wilhelm Murr-Straße.
Markierte Pflastersteine erinnern an Feuerbacher Bürger, die während des Dritten Reiches in Konzentrationslagern umgebracht wurden.
Blick auf das nach dem Krieg wieder aufgebaute Industriegebiet, im Vordergrund die Firma Bosch.
Die Stadtbahn wurde im Jahr 1990, die B295 fünf Jahre später unter Tage gelegt.
Die „Automeile“ an der Heilbronner Straße.
Das Areal der Lederfabrik Roser ist heute ein lebendiges Dienstleistungszentrum.
Nur wer beim Stollenbau mitarbeitete, durfte ihn nutzen.
Die Bombenangriffe im Frühjahr 1944 legten ganze Straßenzüge in Schutt und Asche.
Schlangestehen für die knappen Lebensmittel gehörte auch in Feuerbach zum Alltag.
Das Areal der Lederfabrik Roser bietet heute Platz für ein Musikzentrum, einen Baumarkt, Gastronomie, ein Gesundheitszentrum und vielseitigen Fachhandel.
Rund um den Ort ist man schnell im Grünen.
Am Fastnachts-Samstag bringen Feuerbacher Narren und Musiker Stimmung rund um den Kelterplatz.
Die stolzen Gründerzeithäuser sind auch heute noch belebte Geschäfts- und Wohngebäude.
Auf dem Postkartenmotiv unten rechts sieht man einen der gelben Wagen der Stuttgarter Vorort-Straßenbahn (heute SSB) in die Stuttgarter Straße einbiegen. Ab dem Jahr 1926 begann direkt vor dem Bahnhof die Strecke der Städtischen Straßenbahn Feuerbach (SSF). Sie führte über die Wiener Straße Richtung Gerlingen. 1929 verband man beide Streckenverläufe zu einem Ringverkehr.
A Town at Last!
Industry made Feuerbach a prosperous community, with more than 10,000 inhabitants around 1900. In 1907, King Wilhelm II approved Mayor Wilhelm Geiger’s request to grant Feuerbach town status. By then, the community had 12,000 residents, making it comparable in size to a “medium-sized Württemberg town.” The granting of town status was a major occasion celebrated with two days of festivities. The impressive new buildings constructed during those years still reflect Feuerbach’s pride and economic success. Alongside the district town hall, a new railway station, Festival Hall, secondary school (now Leibniz-Gymnasium) and Bismarck School were built.
Mobility and Urban Transport
Feuerbach soon had more jobs than places to live, making public transport an important issue. On August 1, 1909, during the celebrations for the opening of the new town hall, the first suburban tram traveled from Stuttgart over the Pragsattel to Feuerbach, decorated for the occasion. A connection from Bad Cannstatt to Feuerbach opened at the same time. Both lines ran along Stuttgarter Straße to the terminus at Hohewartstraße. Transport also needed to be provided for workers from Weilimdorf and Gerlingen. Wilhelm Geiger negotiated with Stuttgart for several years about extending the line to Gerlingen, but Stuttgart refused. The affected communities therefore took matters into their own hands. Feuerbach’s municipal tramway opened on December 30, 1926. It ran from Feuerbach railway station past the town hall to Weilimdorf and Gerlingen. One of the attractive Feuerbach trams can now be admired again in the tram museum: painted sandy beige and white, with a red stripe along its side. Partly because of the successful cooperation during the tram project, Weilimdorf merged with Feuerbach in 1929.
Bright Minds and Inventors
Feuerbach’s industrial success owed much to the careful economic development policies of the town administration and the Wednesday Society. Exceptionally creative business owners also played their part. Inventions and technical developments made in Feuerbach continue to enjoy a good reputation worldwide. In 1912, the trade association organized a major trade and industrial exhibition, proudly presenting the wide range of Feuerbach businesses and their latest products.
In 1909, the town leaders attracted a particularly important company: Robert Bosch moved parts of his manufacturing operations from Stuttgart to Feuerbach and built a new factory on a 3.5-hectare site at the eastern edge of town. Feuerbach’s Bosch factory remains the company’s largest site worldwide. With 4,100 patent applications in 2011 alone, the company continues to be among the leaders in its industry.
Troubled Times
The First World War halted Feuerbach’s rapid industrial development. The town became a garrison town, with as many as 2,000 soldiers stationed there at times. Labor shortages in the armaments industry meant that women were trained for jobs previously reserved exclusively for men. After the war, life in Feuerbach was marked by hunger and housing shortages. Feuerbach’s emergency currency helped people survive the inflation of 1923. A brief economic recovery followed in the late 1920s, the so-called Golden Twenties.
National Socialism …
At first, the Nazi authorities had difficulty overcoming Feuerbach’s well-organized socialist workforce. In March 1933, the SA marched into the town in a show of force. The municipal council was forcibly dissolved, and Lord Mayor Wilhelm Geiger was replaced by a Nazi state commissioner. All associations not led by the Nazi Party were immediately banned. On May 1, 1933, Feuerbach was incorporated into Stuttgart, and Stuttgarter Straße was renamed Adolf-Hitler-Straße. In 1938, on the occasion of Adolf Hitler’s visit, many other Feuerbach streets were renamed after Austrian towns and regions. Jewish residents were discriminated against, forced into exile or later deported and murdered.
… and the Consequences
In the following years, Feuerbach, like the rest of Germany, had to prepare for war. Air-raid shelters for civilians were built at the railway station, in Föhrich and on the Siegelberg. Women, children and older people also worked independently to construct another 15 shelter tunnels and bunkers. Because Feuerbach contained industries important to the war effort, camps were established for prisoners of war and forced laborers, who were employed and exploited in its factories. Between 1943 and 1945, the community suffered several heavy bombing raids. A total of 175 people lost their lives.
On April 22, 1945, French troops entered Feuerbach. The war was over. Feuerbach lay in ruins: 536 buildings were severely damaged, 1,628 moderately damaged and 630 completely destroyed, including the hospital and post office with its telephone exchange. Of the four primary schools, only the Bismarck School could still hold classes, with 70 pupils in each class. Feuerbach’s population had fallen to 11,000. Housing shortages were severe. Petrol, heating fuel and building materials were scarce, and food had to be obtained from the surrounding countryside. Sixteen citizens with no compromising political involvement, including eight former council members, took charge of the community’s provisional administration. They organized working committees to obtain food, cut timber and allocate clothing and housing. Reconstruction gradually began. By 1950, residents had repaired the town hall and railway station. Rebuilding the schools and hospital took several more years. The emergency housing in which many people lived also disappeared only gradually. Industry began to grow again.
A New Sense of Confidence
From the 1960s onward, Feuerbach faced a new problem. Increasing numbers of cars and lorries passed through the valley every day. Fortunately, a proposed bypass over the Hohewarte and through the Azenberg Tunnel into Stuttgart’s basin was abandoned, preserving valuable local recreation areas. Moving the light railway and the B295 underground eventually brought considerable relief and improved living conditions across much of the community.
To some travelers passing through, Feuerbach may still appear dominated by industry and roads. They see either the gleaming façades of the car dealerships along Heilbronner Straße or the walls of tunnels. The town center is left to the residents, who find a lively mix of shopping, education and leisure opportunities there. People who live here do not want to leave. Homes on the slopes are sought after, with both the center and green spaces close at hand. Industry has also changed. Former factories that emitted toxic smoke now house high-tech, trading and service businesses. Vacated industrial sites have been converted into leisure, healthcare, shopping and cultural facilities. This respectful combination of historic buildings and modern uses makes Feuerbach a lively, pleasant and much-loved place to live.
Photo Captions
The new town hall shortly after its opening, during the Feuerbach fair.
During the major trade and industrial exhibition, held from August 6 to September 22, 1912, the newly built secondary school, on the left, and the Gymnasium and Festival Hall served as exhibition buildings.
The suburban tram turned into Stuttgarter Straße beside the main post office.
Half of Feuerbach’s center was completely destroyed in 1944.
Town status was celebrated with two days of festivities. In addition to a service in the town church, there was a parade with 67 splendid groups, a pageant with allegorical figures and tower displays illuminated by Bengal lights. The celebrations ended with the laying of the foundation stone for the new town hall.
Ceremonial opening of the suburban tramway at the Hohewartstraße terminus, 1909.
From 1929, passengers at the railway station could board either the yellow-and-black Stuttgart suburban tram, on the left, or the Feuerbach trams toward Gerlingen, on the right.
King Wilhelm II also visited Feuerbach’s major trade and industrial exhibition in 1912. Besides the commercial innovations, he took an interest in Pastor Kallee’s archaeological discoveries.
Oswald Hesse, manager of Feuerbach’s first factory, Jobst, was nominated for the Nobel Prize for his production of exceptionally pure quinine.
Early photographs of Feuerbach survive thanks to the Hauff company, which developed and tested photographic plates and chemicals there.
R. Stahl manufactured what was then the world’s largest circular knitting machine.
The well-known Leitz binders became synonymous with office organization.
Gottlob Schneider introduced hot-dip galvanizing to Germany.
The August Ziemann coppersmithing company specialized in producing particularly large brewing kettles.
Gutbrod’s Standard-Superior model, nicknamed the “Maybug,” cost only 1,590 marks in 1934. Even before Ferdinand Porsche’s VW, it was one of the German “people’s cars” ready for series production. Production stopped during the Second World War.
Bosch’s high-voltage magneto ignition system with a spark plug was a groundbreaking invention in the development of petrol engines.
Today, Behr specializes in vehicle air conditioning and engine cooling and ranks among the world’s leading original-equipment suppliers for cars and commercial vehicles.
G. J. Schober’s knitwear factory employed approximately 400 people in 1906, the year of its 50th anniversary.
Company founder Robert Bosch.
During the First World War, Bosch provided rooms for a military hospital with 400 beds. From 1916, the space was needed for armaments production, so the hospital had to move to the Bismarck School.
Emergency currency was also printed in Feuerbach during the inflation of 1923. The billion-mark notes, often no longer worth a loaf of bread the next day because of the new dollar exchange rate, carried the words: “We dutifully copy the others – Ready, Feuerbach!” People were aware of the absurd situation.
Quaker meals for children in need at the Festival Hall, 1921.
Nazi parade on Stuttgarter Straße on May 1, 1933.
When Feuerbach was forcibly incorporated into Stuttgart, its main streets were renamed. Today’s upper Stuttgarter Straße, formerly Rosenstraße, was called Wilhelm Murr-Straße from 1933 to 1945, after a Nazi regional leader.
Marked paving stones commemorate Feuerbach residents murdered in concentration camps during the Third Reich.
View of the industrial district rebuilt after the war, with the Bosch company in the foreground.
The light railway was moved underground in 1990, followed by the B295 five years later.
The “car dealership mile” on Heilbronner Straße.
The former Roser leather factory site is now a lively service center.
Only those who helped build the shelter tunnel were allowed to use it.
The bombing raids in spring 1944 reduced entire streets to rubble and ashes.
Queuing for scarce food was also part of everyday life in Feuerbach.
The former Roser leather factory site now accommodates a music center, a DIY store, restaurants, a health center and a variety of specialist shops.
Green spaces are within easy reach around the community.
On Carnival Saturday, Feuerbach’s carnival revelers and musicians bring a festive atmosphere to Kelterplatz.
The impressive buildings from the late 19th-century expansion remain lively commercial and residential properties today.
The postcard image at the lower right shows one of the yellow Stuttgart suburban trams, today operated by SSB, turning into Stuttgarter Straße. From 1926, the Feuerbach Municipal Tramway line began directly in front of the railway station. It ran along Wiener Straße toward Gerlingen. In 1929, the two routes were connected to form a circular service.
Erected 2012 by AG Erlebbare Stadtgeschichte.
Topics. This historical marker is listed in these topic lists: Industry & Commerce • Railroads & Streetcars • Settlements & Settlers • War, World II. A significant historical month for this entry is March 1933.
Location. 48° 48.708′ N, 9° 9.554′ E. Marker is in Stuttgart, Baden-Württemberg. It is in Feuerbach. It is at the intersection of Wilhelm-Geiger-Platz and Grazer Str. on Wilhelm-Geiger-Platz. The markers are located at the lower level of the subway station. Touch for map. Marker is at or near this postal address: Wilhelm-Geiger-Platz 10, Stuttgart BW 70469, Germany. Touch for directions.
Regionally, this marker is in German Swabia. Globally, it is in Europe, the European Union, Atlantic Europe, Central Europe, the Schengen Area, Western Europe, and the Western World. Historically, it finds itself in what was once the Roman Empire, the Holy Roman Empire, and the former West Germany.
Other nearby markers. At least 8 other markers are within walking distance of this marker: Wie gut kennen Sie Feuerbach? / How Well Do You Know Feuerbach? (here, next to this marker); Das Dorf / The Village (here, next to this marker); Die gute Schneiderkanne! / The Good Schneider Watering Can! (here, next to this marker); Wilhelm Geiger (here, next to this marker); Robert Bosch in Feuerbach (here, next to this marker); Auguste Happold (here, next to this marker); Schule in Feuerbach / Schools in Feuerbach (here, next to this marker); Der Talkrabb / The Valley Crow (here, next to this marker). Touch for a list and map of all markers in Stuttgart.
Credits. This page was last revised on October 7, 2026. It was originally submitted on October 6, 2026, by James Hulse of Medina, Texas. This page has been viewed 5 times since then. Photos: 1, 2. submitted on October 6, 2026, by James Hulse of Medina, Texas. 3. submitted on October 7, 2026, by James Hulse of Medina, Texas.


