THE HISTORICAL
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“Bite-Size Bits of Local, National, and Global History”
Dinkelsbühl in Ansbach, Bavaria, Germany — Central Europe
 

Lore-Statue

 
 
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Photographed by James Hulse
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Lore-Statue
Das deutsche und bayerische immaterielle Kulturerbe „Die Kinderzeche“ in Dinkelsbühl
Der historische Ursprung des Kinder- und Heimatfestes „Die Kinderzeche“ in Dinkelsbühl, die sich seit 2014 bayerisches und seit 2016 deutsches Immaterielles Kulturerbe nennen darf, findet sich in den Rechnungsbüchern der katholischen Stipendiatenpflege, die 1629 einen Gulden zum Zechen der Schüler ausweist. Noch in den 1980er Jahren war man sogar vom Jahr 1635 ausgegangen, da hier ein Nachweis von drei gestifteten Gulden für die Schulzeche gefunden worden war.

Allerdings bietet auch genau das Jahr 1635 und das Stattfinden einer Schulzeche den Anlass zur Vermutung, dass diese Tradition schon deutlich älter ist als 1635. Dieses Jahr markierte in Dinkelsbühl eines der schlimmsten sogenannten Pestjahre überhaupt. „Sogenannt“ deswegen, weil Pest in der Frühen Neuzeit ein Überbegriff für eine schlimme epidemische Krankheit war. Im Dinkelsbühler Fall raffte diese wohl zwei Drittel der Gesamtbevölkerung dahin - also eine Situation, in der die Durchführung einer solchen Tradition schon lange in der Bevölkerung verwurzelt
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sein musste.

Es existieren allerdings auch Theorien, die den Ursprung der Kinderzeche ins Jahr 1475 zurückdatieren. Hier bietet das Dinkelsbühler Stadtarchiv Dokumente, die ein Umhersingen von Stipendiaten beschreiben, das ebenfalls ein möglicher Startpunkt dieses Brauchtums „Kinderzeche“ sein könnte. Objektiv betrachtet kann hier allerdings keine direkte Traditionslinie gezogen werden. Schaut man in andere Reichsstädte des schwäbischen Reichskreises, so kommt man eher zu dem Schluss, dass die Schulzeche in einer Linie mit den klassischen Rutenfesten, einer alten Tradition zum Schuljahresende, bei dem die Schüler kleine Bäumchen schnitzen und damit umherzogen, steht. Diese sind vor allem im 16. Jahrhundert dokumentiert, was natürlich nicht ausschließt, dass die Feste insgesamt deutlich älter sind.

Genauere Informationen zum Hintergrund der Kinderzeche finden Sie in unserem Museum Kinderzech-Zeughaus, das sich nicht unweit des Stadtparks in der Bauhofstraße 43 befindet.

Die Lorestatue im Stadtpark
Fällt der Name Kinderzeche, so wird man oft gefragt, was denn „Kinder“ mit „Zechen“ zu tun hätten. Auch der Name der Hauptfigur der
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Photographed by James Hulse, September 14, 2026
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Kinderzeche, nämlich der „Kinderlore“, wirft ebenso Fragen nach dem Ursprung unseres Kinder- und Heimatfestes auf, das seit Generationen von den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt weitergetragen wird. Es handelt sich hier weder um Kinderarbeit noch um Bergbau, sondern um ein Festspiel, das für die Bewohner und Bewohnerinnen Dinkelsbühls ein Stück ihrer Identität darstellt. Der Bestand dieses schon seit Jahrhunderten existierenden Brauchtums ist dem Engagement vieler ehrenamtlicher Menschen zu verdanken.

Die Kinderzeche in ihrer heutigen Form gründet sich auf zwei Säulen. Die eine ist das Schulfest, das erstmals im Jahr 1629 nachweisbar ist. Die zweite Säule ist die Historisierung dieses Schulfestes, die 1848 begann und mit der Uraufführung des Festspiels am 12.07.1897 ihren Höhepunkt fand. Da sich diese im Jahr 2022 zum 125. Mal jährt, begeht die Kinderzechgemeinde dieses Jubiläum gemeinsam und in froher Erwartung, waren doch die Jahre 2020 und 2021 mit den pandemiebedingten Ausfällen sehr schmerzlich für viele Dinkelsbühler und Dinkelsbühlerinnen.

Welch besseren Anlass könnte es geben, der zentralen Person des Festspiels der Kinderzeche
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Photographed by James Hulse
3. Lore-Statue
ein Denkmal zu setzen? Die Idee dazu haben Dr. Gerd-Rüdiger Franke und Dr. Dr. Jörg Grein entwickelt. Enthüllt wurde die Statue am 21.05.2022 als Auftakt des 125-jährigen Jubiläums des Festspiels der Kinderzeche.

Nach ersten Konzeptüberlegungen wurde die bereits Gestalt annehmende Idee mit Begeisterung von Kinderzechvorstand Maximilian Mautausch, Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer und dem Stadtrat angenommen und begleitet. Doch erst die Förderung der LAG Romantische Straße machte eine praktische Umsetzung des Projektes möglich. Es war beeindruckend zu beobachten, wie sich die Loregruppe rasch zu einem Gemeinschaftsprojekt entwickelte, an der sich verschiedene Institutionen ebenso wie Privatpersonen fördernd und konstruktiv beteiligten.

Die Stiftung möchte allen danken, die sich aktiv am Schaffungsprozess beteiligt haben, vor allem aber beim Künstler Leo Wirth, der die Idee so wunderbar umgesetzt hat.

Doch sollte nicht nur der Figur der Kinderlore ein Denkmal gesetzt werden, es wurde auch ein Platz geschaffen, der
• als geselliger schöner Treffpunkt für Jung und Alt dient.
• die Erlebnisse der letzten Kinderzeche(n) im Jahresverlauf
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wachhält.
• anregt, über humanitäre Gedanken des Festspiels, z.B. der Verantwortung des Einzelnen gegenüber der Gesellschaft, der Gemeinschaft und den Nachbarn ein wenig nachzudenken.

Der Mythos „Kinderlore“
Spätestens seit der Uraufführung des Festspiels spielt die Figur der Türmerstochter Lore eine zentrale Rolle im Leben der meisten Dinkelsbühler. Viele Generationen junger Dinkelsbühlerinnen haben sich gewünscht diese Rolle einmal zu bekleiden, nur wenige haben es tatsächlich geschafft.

Die Lore stellt in der Errettungssage der Stadt des Jahres 1632, die ursprünglich ohne diese Figur auskam und allein die Kinder zu Rettern der Stadt machte, seit 1895 das zentrale Element dar. Ihre endgültige Bedeutung erlangte sie jedoch durch die geschickte Verbindung des historischen Stoffes mit ihrer Person durch den „Vater“ des Festspiels, den Hofrat Ludwig Stark.

Wolfgang Lang konnte in seinem Beitrag „Der 'Lore'-Mythos und die Entstehungsgeschichte des Festspiels“ in der Festschrift zum 100-jährigen Jubiläum am Kern des heutigen Kinder- und Heimatfestes wichtige Erkenntnisse liefern. Weitere Erkenntnisse finden Sie in der Festschrift zum 125-jährigen Jubiläum.

Da die Kinderzeche jedoch neben der Figur der Lore in ihrem Festspiel, gerade auf der Ebene grundsätzlicher Einstellungen und humanistischer Sichtweisen, viel zu bieten hat, möchten wir Sie auf den QR-Code auf der Rückseite der Figurengruppe hinweisen. Hier bekommen Sie weiterführende Ideen und Gedanken zum Immateriellen Kulturerbe „Kinderzeche“ vermittelt.

Lina Pickel, Lore der Uraufführung (1897-1899)
Lea Kolb, Lore zum 125-jährigen Festspieljubiläum (2020-2022)
Kristin Brandner, Lore zum 125-jährigen Festspieljubiläum (2022-2023)


Idee und Konzeption der Figur: Dr. Gerd-Rüdiger Franke und Dr. Dr. Jörg Grein
Umsetzung: Leo Wirth | Projektträger: Stiftung zur Pflege des Brauchtums in Dinkelsbühl
Die Stiftung zur Pflege des Brauchtums in Dinkelsbühl bedankt sich außerdem bei Dr. Walter und Brigitte Meyer für die Unterstützung, sowie bei der Großen Kreisstadt Dinkelsbühl.


(English Translation)
Lore statue
German and Bavarian intangible cultural heritage: “Die Kinderzeche” in Dinkelsbühl
The historical origins of Dinkelsbühl’s children’s and heritage festival, “Die Kinderzeche,” which has been recognized as Bavarian intangible cultural heritage since 2014 and German intangible cultural heritage since 2016, can be found in the accounts of the Catholic scholarship administration. In 1629, these record one gulden for the pupils’ celebration. As late as the 1980s, the festival was believed to date from 1635 because a record had been found of three gulden donated for the school celebration that year.

However, the fact that a school celebration took place in 1635 also suggests that the tradition was already considerably older. This was one of Dinkelsbühl’s worst so-called plague years. “So-called” is used because, in the early modern period, plague was a general term for a severe epidemic disease. In Dinkelsbühl, it apparently killed two-thirds of the population. Holding such a celebration under those circumstances suggests that the tradition must already have been deeply rooted in the community.

Other theories date the Kinderzeche’s origins to 1475. Documents in Dinkelsbühl’s municipal archive describe scholarship pupils going around singing, which could also have been a starting point for the Kinderzeche tradition. However, no direct continuity can be established. Comparisons with other imperial cities in the Swabian Imperial Circle suggest that the school celebration was related to traditional end-of-school-year “Rutenfeste,” during which pupils carved small trees and carried them around. These festivals are documented chiefly in the 16th century, although they may be considerably older.

You can find more information about the Kinderzeche’s history at our Kinderzech-Zeughaus museum, located near the town park at Bauhofstraße 43.

The Lore statue in the town park
When people hear the name Kinderzeche, they often ask what “children” have to do with “Zechen,” a word associated with drinking or mines. The name of the festival’s principal character, “Kinderlore,” also raises questions about the origins of this children’s and heritage festival, which the town’s residents have maintained for generations. It concerns neither child labor nor mining, but a historical pageant that forms part of Dinkelsbühl’s identity. The survival of this centuries-old tradition owes much to the dedication of numerous volunteers.

The Kinderzeche in its present form rests on two foundations. The first is the school festival, documented for the first time in 1629. The second is the addition of a historical narrative to that festival, which began in 1848 and culminated in the first performance of the pageant on July 12, 1897. Its 125th anniversary falls in 2022, and the Kinderzeche community celebrates together with joyful anticipation, following the painful pandemic cancellations of 2020 and 2021.

What better occasion could there be to erect a monument to the central character of the Kinderzeche pageant? Dr. Gerd-Rüdiger Franke and Dr. Dr. Jörg Grein developed the idea. The statue was unveiled on May 21, 2022, launching the pageant’s 125th-anniversary celebrations.

After initial planning, the developing idea was enthusiastically welcomed and supported by Kinderzeche chairman Maximilian Mautausch, Mayor Dr. Christoph Hammer, and the town council. Funding from the Romantische Straße Local Action Group made the project’s practical realization possible. It was impressive to see how quickly the Lore sculpture group became a community project, with institutions and private individuals contributing funding and constructive support.

The foundation thanks everyone who actively contributed to its creation, especially the artist Leo Wirth, who brought the idea to life so beautifully.

The project also created a welcoming meeting place for young and old, keeping memories of the latest Kinderzeche celebrations alive throughout the year. It encourages reflection on the pageant’s humanitarian themes, including each person’s responsibility toward society, the community, and their neighbors.

The “Kinderlore” myth
Since at least the pageant’s first performance, Lore, the tower keeper’s daughter, has played a central role in the lives of most Dinkelsbühl residents. Many generations of young women from Dinkelsbühl have dreamed of playing her, but only a few have actually done so.

Since 1895, Lore has been the central figure in the legend of the town’s rescue in 1632. Originally, the story did not include her and credited the children alone with saving the town. Her lasting importance came through the skillful combination of the historical story with her character by the pageant’s “father,” court councilor Ludwig Stark.

In his contribution, “The ‘Lore’ myth and the origins of the pageant,” published in the commemorative volume for its 100th anniversary, Wolfgang Lang provided important insights into the foundations of today’s children’s and heritage festival. Further insights can be found in the volume marking its 125th anniversary.

The Kinderzeche has much to offer beyond Lore’s role in the pageant, particularly in its underlying values and humanistic outlook. We therefore direct you to the QR code on the back of the sculpture group, where you can discover further ideas and reflections on the intangible cultural heritage of the Kinderzeche.

Lina Pickel, Lore in the original production (1897–1899).
Lea Kolb, Lore for the pageant’s 125th anniversary (2020–2022).
Kristin Brandner, Lore for the pageant’s 125th anniversary (2022–2023).


Idea and concept for the sculpture: Dr. Gerd-Rüdiger Franke and Dr. Dr. Jörg Grein.
Execution: Leo Wirth. Project sponsor: Stiftung zur Pflege des Brauchtums in Dinkelsbühl.
The foundation also thanks Dr. Walter and Brigitte Meyer for their support, as well as the town of Dinkelsbühl.

 
Erected by Bavarian State Ministry of Food, Agriculture and Forestry and the European Agricultural Fund for Rural Development (EAFRD).
 
Topics. This historical marker is listed in this topic list: Arts, Letters, Music. A significant historical date for this entry is July 12, 1897.
 
Location. 49° 4.315′ N, 10° 18.953′ E. Marker is in Dinkelsbühl, Bayern (Bavaria), in Ansbach. It is on Dinkelsbühl Trail. Touch for map. Marker is in this post office area: Dinkelsbühl BY 91550, Germany. Touch for directions.

Regionally, this marker is in German Franconia and on the Romantic Road. Globally, it is in Europe, the European Union, Atlantic Europe, Central Europe, the Schengen Area, Western Europe, and the Western World. Historically, it finds itself in what was once the Holy Roman Empire and also the former West Germany.

Other nearby markers. At least 8 other markers are within walking distance of this marker: 10 Jahre Krieg – Das Jahr ohne Sommer / 10 years of war – The year without a summer (here, next to this marker); Restitutionsedikt und Lübecker Friede / The Edict of Restitution and the Peace of Lübeck (within shouting distance of this marker); Dänemark und die Protestanten verlieren an Boden / Denmark and the Protestants lose ground (about 90 meters away, measured in a direct line); Der Kriegseintritt Schwedens / Sweden Enters the War (about 120 meters away); Der Krieg wütet / War rages (about 120 meters away); Zerstörung Magdeburgs und Schlacht bei Breitenfeld / Magdeburg and the Battle of Breitenfeld (about 180 meters away); Dänemark greift ein – Wallenstein als Gegengewicht / Denmark intervenes – Wallenstein as a counterwe (about 180 meters away); Rothenburger Tor / Rothenburg Gate (about 210 meters away). Touch for a list and map of all markers in Dinkelsbühl.
 
 
Credits. This page was last revised on October 11, 2026. It was originally submitted on October 11, 2026, by James Hulse of Medina, Texas. This page has been viewed 2 times since then. Photos:   1, 2, 3. submitted on October 11, 2026, by James Hulse of Medina, Texas.
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Oct. 13, 2026