Mitte in Leipzig, Saxony, Germany — Central Europe
Der Leipziger Rabensteinplatz
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Leipzig’s Rabensteinplatz
Inscription.
Richtstätte | Schmuckplatz | Schutzraum im Zweiten Weltkrieg | Grünanlage mit Erholungs- und Spielfunktion
Die Richtstätte mit dem Rabenstein – erste Hälfte des 15. Jahrhunderts bis 1822
Im Jahre 1423 erwarb die Stadt Leipzig die selbständige Gerichtsbarkeit. Damit konnte das Stadtgericht auch Todesurteile fällen, die an verschiedenen Stellen inner- und außerhalb der Stadtmauern vollstreckt wurden. Das „Hohe Gericht“ mit mehreren Galgen für Exekutionen durch den Strang befand sich am Gerichtsweg. Für das „Rädern“ oder das „Köpfen“ mit dem Schwert entstand unweit westlich davon das „Obergericht“ mit dem „Rabenstein“. Das war ein erhöhter „aus Steinen aufgemauerte[r] Platz, wo früher die Enthauptung von Verbrechern stattfand und sich gewöhnlich Raben in Masse aufhielten“ (Brockhaus 1895).
Die Bevölkerung war verpflichtet, bei den Hinrichtungen anwesend zu sein. Das sollte sie vor kriminellen Handlungen abschrecken und gleichzeitig die Macht von Staat und Kirche demonstrieren. Deshalb wurden die Richtstätten öffentlichkeitswirksam und mit erheblichem Aufwand unterhalten. Auch den Rabenstein baute man über die Jahrhunderte mehrfach um und wertete ihn auf.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts verlor die Zurschaustellung der Todesstrafe an Bedeutung. 1822 wurden Rabenstein und Galgen abgebrochen und zwei Jahre später die letzte öffentliche Enthauptung auf dem Leipziger Marktplatz durchgeführt. Fortan erfolgten Exekutionen innerhalb der Justizanstalten. In der DDR endete diese unmenschliche Praxis erst 1987 mit einem Staatsratsbeschluss zur Abschaffung der Todesstrafe.
Nach Beseitigung des Rabensteines lag der Platz zunächst brach. Wegen der grausigen Erinnerungen mieden die Bürger die unmittelbare Umgebung der einstigen Richtstätte. Allerdings wurde die Fläche von Handwerkern unter anderem zum Bearbeiten von Steinen für die Stadtchausseen oder als Lagerfläche genutzt. Im Nordosten entstand um 1840 ein Trinkwasserbrunnen mit Handschwengelpumpe. In dieser Zeit begann auch die städtebauliche Erschließung der nördlichen und östlichen Umgebung des Platzes und die Bebauung mit Wohnhäusern.
(Wurlitzer, Manfred: Der Rabensteinplatz und seine Umgebung. Gegenwart und Geschichte.)
Die Umgestaltung zum Schmuckplatz ab 1860
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erhielt der Rabensteinplatz als einer der ersten Plätze außerhalb der Leipziger Promenadenanlagen eine gartenkünstlerische Gestaltung. Dadurch wurde eine Bebauung vermieden und er entwickelte sich zu einem beliebten Aufenthaltsort. Nur sein Name erinnert noch an die einstige Richtstätte.
Ideen für eine Schmuckplatzgestaltung gab es bereits seit 1845. Deren Umsetzung wurde aber immer wieder hinausgezögert. 1860 legte Ratsgärtner Carl Otto Wittenberg (1834–1918) seinen ersten Entwurf vor. Bis Gestaltung und Kostenrahmen den Vorstellungen der Stadtverordneten entsprachen, waren mehrere Planänderungen erforderlich. So kam es erst 1866 zur Umsetzung eines symmetrisch gegliederten
Stadtplatzes mit zahlreichen schattenspendenden Alleebäumen, wo sich Kinder „fern von der Fahrgasse […] ruhig aufhalten können“ und Erwachsenen „eine große Erholung hierdurch gewiß geboten werden wird“ (Stadtarchiv Leipzig, Kap. 26 Nr. 2, 1866). Bänke wurden aufgestellt und an der westlichen Platzspitze entstand eine öffentliche Bedürfnisanstalt. 1869 spendeten Anwohner der Dresdner Straße Geld für den Bau eines Springbrunnens.
Die Sanierung des Platzes und die Errichtung des Froschbrunnens (nach 1900)
Nach drei Jahrzehnten intensiver Nutzung war eine Sanierung der gärtnerischen Anlagen erforderlich. Gartendirektor Carl Hampel (1849–1930) erweiterte den Schmuckplatz im Südosten bis zum Täubchenweg. Der Gehölzbestand wurde verjüngt und ergänzt und die Pflanzungen erhielten eine Einfassung mit Rabattengeländern. Auch das Wegesystem erfuhr kleine Veränderungen.
Im Jahr 1911 erhielt der Rabensteinplatz an der westlichen Platzspitze mit dem Froschbrunnen ein weiteres kunstvolles Gestaltungselement. Die wasserspeiende Bronzeplastik „Kinder mit Frosch“ schuf der Leipziger Bildhauer Professor Werner Stein (1855–1930), der einige Jahre zuvor auch die Bronzefigur einer Wasserträgerin für den Mägdebrunnen am Roßplatz gefertigt hatte. Das Becken wurde aus rotem Meißner Granit hergestellt und mit einem Geländer eingefasst. Der Beckenboden erhielt ein blaues Glasmosaik „mit dazwischen gestreuten goldenen Steinchen, die das Spiel der Sonnenstrahlen mit dem Wasser darstellen“ (Leipziger Tageblatt, Oktober 1911). Den im Stadtarchiv Leipzig aufbewahrten historischen Presseartikeln zufolge war der Froschbrunnen bei der Bevölkerung sehr beliebt.
Vogelschau der Stadt Leipzig von Nordosten aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges (1618 bis 1648) von Matthäus Merian (SLUB Dresden / Deutsche Fotothek / Kartensammlung / örtliche Markierungen Landschaftsarchitektur FRANZ)
Traktat zur Hinrichtung zweier Frauen durch das Schwert auf dem Rabenstein im Jahr 1740 (Wustmann, Gustav: Bilderbuch aus der Geschichte der Stadt Leipzig. Reprint der Orig.-Ausg. Leipzig 1897, Leipzig 1990, S. 70)
Der Springbrunnen mit Sandsteinbecken und Fontänenaufsatz wurde im östlichen Rondell errichtet. (Stadtarchiv Leipzig / Kap. 26 Nr. 2, Bl. 65 / Zeichnung aus dem Jahr 1869)
Froschbrunnen auf dem Rabensteinplatz kurz nach seiner Fertigstellung im Jahr 1911 (SLUB Dresden / Deutsche Fotothek / Foto: Trinks und Co. GmbH Leipzig)
Erster Entwurf von Ratsgärtner Carl Otto Wittenberg zum Rabensteinplatz aus dem Jahr 1860. Dieser wurde weitgehend umgesetzt. Zur besseren Nutzbarkeit verzichtete man auf die beiden mittleren Pflanzinseln und legte Hartplatzflächen zum Spielen für Kinder an. (Stadtarchiv Leipzig / RRA [K] Nr. 974a, Situationsplan zur Bepflanzung des Rabensteinplatzes)
Wasserspeiende Bronzeplastik „Kinder mit Frosch“ von Werner Stein, um 1913 (SLUB Dresden / Deutsche Fotothek / Fotograf: Kistner)
Execution Site | Ornamental Square | Air-Raid Shelter During the Second World War | Green Space for Recreation and Play
The Execution Site with the Rabenstein, from the First Half of the 15th Century to 1822
In 1423, the City of Leipzig acquired independent judicial authority. This allowed the municipal court to impose death sentences, which were carried out at various locations inside and outside the city walls. The “High Court,” with several gallows for executions by hanging, was located on Gerichtsweg. Not far to the west, the “Upper Court,” with the “Rabenstein,” was established for breaking on the wheel or beheading by sword. It was an elevated “place built up with stones where criminals were formerly beheaded and where large numbers of ravens commonly gathered” (Brockhaus, 1895).
The population was required to attend executions. This was intended to deter people from committing crimes while also demonstrating the power of the state and the church. For this reason, execution sites were maintained as highly visible public places and at considerable expense. The Rabenstein was also rebuilt and enhanced several times over the centuries.
At the beginning of the 19th century, the public display of capital punishment lost importance. In 1822, the Rabenstein and the gallows were demolished, and two years later the last public beheading was carried out in Leipzig’s market square. From then on, executions took place within judicial institutions. In East Germany, this inhumane practice did not end until 1987, when the Council of State passed a resolution abolishing the death penalty.
After the Rabenstein was removed, the square initially remained undeveloped. Because of the gruesome memories associated with it, residents avoided the immediate surroundings of the former execution site. However, craftsmen used the area for such purposes as working stones for the city roads or as a storage area. Around 1840, a drinking-water well with a hand-operated pump was constructed in the northeast. During this period, the urban development of the northern and eastern surroundings of the square also began, along with the construction of residential buildings. (Wurlitzer, Manfred: The Rabensteinplatz and Its Surroundings: Present and History.)
The Transformation into an Ornamental Square Beginning in 1860
During the second half of the 19th century, Rabensteinplatz became one of the first squares outside Leipzig’s promenade gardens to receive a landscaped design. This prevented the area from being developed with buildings, and it became a popular place to spend time. Only its name still recalls the former execution site.
Ideas for designing it as an ornamental square had existed since 1845, but their implementation was repeatedly delayed. In 1860, municipal gardener Carl Otto Wittenberg (1834–1918) submitted his first design. Several revisions were required before the layout and costs met the expectations of the city council members. As a result, it was not until 1866 that a symmetrically arranged city square was created, with numerous shade-giving trees lining its paths. It was intended as a place where children could “remain peacefully away from the roadway” and where adults would “certainly be offered a great opportunity for relaxation” (Leipzig City Archives, Chapter 26, No. 2, 1866). Benches were installed, and a public restroom was built at the western end of the square. In 1869, residents of Dresdner Straße donated money for the construction of a fountain.
Renovation of the Square and Construction of the Frog Fountain After 1900
After three decades of intensive use, the landscaped grounds required renovation. Garden Director Carl Hampel (1849–1930) extended the ornamental square southeastward as far as Täubchenweg. The trees and shrubs were renewed and supplemented, and the planted areas were enclosed with decorative railings. Minor changes were also made to the system of paths.
In 1911, another artistic feature was added at the western end of Rabensteinplatz: the Frog Fountain. The water-spouting bronze sculpture “Children with Frog” was created by Leipzig sculptor Professor Werner Stein (1855–1930), who several years earlier had also produced the bronze figure of a water carrier for the Mägdebrunnen fountain on Roßplatz. The basin was made of red Meissen granite and surrounded by a railing. Its floor was decorated with blue glass mosaic “interspersed with golden stones representing the play of sunlight on the water” (Leipziger Tageblatt, October 1911). According to historic newspaper articles preserved in the Leipzig City Archives, the Frog Fountain was very popular with the public.
Bird’s-eye view of the City of Leipzig from the northeast, dating from the Thirty Years’ War (1618–1648), by Matthäus Merian (SLUB Dresden / Deutsche Fotothek / Map Collection / Local annotations by FRANZ Landscape Architecture)
Treatise concerning the execution by sword of two women at the Rabenstein in 1740 (Wustmann, Gustav: Bilderbuch aus der Geschichte der Stadt Leipzig. Reprint of the original 1897 Leipzig edition, Leipzig, 1990, p. 70)
The fountain, with a sandstone basin and fountainhead, was constructed in the eastern circular area. (Leipzig City Archives / Chap. 26, No. 2, fol. 65 / Drawing from 1869)
The Frog Fountain on Rabensteinplatz shortly after its completion in 1911 (SLUB Dresden / Deutsche Fotothek / Photo: Trinks und Co. GmbH Leipzig)
First design for Rabensteinplatz by municipal gardener Carl Otto Wittenberg, dating from 1860. It was largely implemented. To make the square more usable, the two central planting islands were omitted and hard-surfaced areas were created for children to play. (Leipzig City Archives / RRA [K] No. 974a, site plan for the planting of Rabensteinplatz)
The water-spouting bronze sculpture “Children with Frog” by Werner Stein, around 1913 (SLUB Dresden / Deutsche Fotothek / Photographer: Kistner)
Topics. This historical marker is listed in these topic lists: Law Enforcement • Parks & Recreational Areas • War, World II. A significant historical year for this entry is 1822.
Location. 51° 20.282′ N, 12° 23.393′ E. Marker is in Leipzig, Sachsen (Saxony). It is in Mitte. It is at the intersection of Täubchenweg and Rabensteinpl., on the right when traveling west on Täubchenweg. Touch for map. Marker is in this post office area: Leipzig SN 04103, Germany. Touch for directions.
Regionally, this marker is in Central Germany. Globally, it is in Europe, the European Union, Atlantic Europe, Central Europe, the Schengen Area, Western Europe, and the Western World. Historically, it finds itself in what was once the Holy Roman Empire and also the former East Germany.
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Credits. This page was last revised on July 24, 2026. It was originally submitted on July 21, 2026, by James Hulse of Medina, Texas. This page has been viewed 12 times since then. Photos: 1, 2. submitted on July 24, 2026, by James Hulse of Medina, Texas.

